Kommissionierung optimieren: Laufwege reduzieren, Fehlerquote senken
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Eine gut organisierte Kommissionierung verkürzt Laufwege, reduziert Fehler und sorgt dafür, dass Bestellungen schneller versandbereit sind. Damit gehört sie zu den wichtigsten Stellschrauben für effiziente Lagerprozesse und zufriedene Kundinnen und Kunden.
Schon mit einer klaren Lagerstruktur, sinnvoll geplanten Wegen und passenden digitalen Hilfsmitteln lassen sich viele Abläufe spürbar verbessern. Dabei sind nicht immer große Investitionen in Robotik oder Automatisierung nötig. Oft entfalten bereits gezielte organisatorische Maßnahmen eine starke Wirkung.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihre Kommissionierung Schritt für Schritt optimieren, Such- und Wegezeiten verringern und die Produktivität Ihres Lagers nachhaltig steigern.
Warum die Optimierung der Kommissionierung Ihr wichtigster Hebel ist
Das ermüdet das Team, erhöht die Fehlerquote und senkt die Pick-Rate spürbar. Neben der reinen Wegzeit spielen auch Suchzeiten und Greifzeiten eine entscheidende Rolle. Wenn ein Produkt nicht an seinem dokumentierten Platz liegt, gerät der gesamte Materialfluss ins Stocken.
Eine genaue Analyse Ihrer aktuellen Abläufe lohnt sich daher immer. Oft genügen bereits kleine Anpassungen im Lagerlayout, um Kilometer an täglichen Laufwegen einzusparen. So entlasten Sie Ihr Personal und steigern gleichzeitig die Produktivität.
Die klassischen Kommissioniermethoden im Vergleich
Mann-zur-Ware versus Ware-zum-Mann
Das Prinzip Ware-zum-Mann kehrt diesen logistischen Prozess komplett um. Hier bringen automatisierte Förderbänder, Paternosterregale oder mobile Roboter die Ware direkt zum Arbeitsplatz. Das schont die Kräfte des Teams und erhöht das Arbeitstempo spürbar.
Einstufige versus mehrstufige Kommissionierung
Die zweistufige beziehungsweise mehrstufige Kommissionierung bündelt dagegen mehrere Aufträge zu einem Gesamtauftrag. In der Fachsprache spricht man hier auch von Batch-Picking oder Wellenkommissionierung. Ein Profi entnimmt die Gesamtmenge eines Artikels für viele Kunden gleichzeitig. Erst im Nachgang sortieren Sie diese Artikel an einer Packstation.
4 Hebel zur Reduzierung der Laufwege im Lager
Durch diese einfache Sortierung verkürzen Sie die täglichen Wege deutlich. Überprüfen Sie diese Einteilung in regelmäßigen Abständen. Saisonale Trends verändern oft die Nachfrage nach bestimmten Produkten in Ihrem Sortiment.
Ein modernes Lagerverwaltungssystem führt die einzelnen Teile am Ende automatisch zusammen. Das verhindert unnötigen Gegenverkehr in den Regalgassen und sorgt für eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Zudem kennt sich das Personal in seiner Zone perfekt aus.
Voraussetzung hierfür ist jedoch eine lückenlose digitale Erfassung aller Wareneingänge. Jedes Produkt muss beim Einlagern sofort per Scan mit dem Lagerplatz verheiratet werden. Nur so vermeiden Sie lange und frustrierende Suchzeiten.
Beleglose Kommissionierung im technologischen Check
- Pick-by-Scan: Beschäftigte erfassen Barcodes mit mobilen MDE-Geräten. Das System meldet Fehler sofort digital zurück.
- Pick-by-Voice: Die Steuerung erfolgt komplett über ein Headset per Sprache. Der Kommissionierer behält beide Hände frei für die Ware.
- Pick-by-Light: Farbige Lichtsignale direkt am Regalfach zeigen den Entnahmeort und die genaue Menge an. Das sorgt für hohe Schnelligkeit.
- Pick-by-Vision: Datenbrillen blenden alle wichtigen Informationen direkt im Blickfeld ein. Das System führt die Person optimal durch die Gassen.
Pick-by-Voice glänzt dagegen durch hohe Flexibilität im gesamten Lagerbereich. Es eignet sich ideal für sperrige Artikel, bei denen Beschäftigte beide Hände zum Heben benötigen. In lauten Lagerhallen stößt die Spracherkennung allerdings an Grenzen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kommissionierfehler vermeiden
- Barcode-Scanner flächendeckend nutzen: Jeder Pick muss durch einen schnellen Scan bestätigt werden, um Verwechslungen auszuschließen.
- Das Poka-Yoke-Prinzip integrieren: Gestalten Sie Prozesse so, dass Fehler technisch unmöglich werden, beispielsweise durch Gewichtskontrollen auf Waagen.
- Ergonomische Arbeitsplätze schaffen: Ermüdung führt zu Fehlern. Höhenverstellbare Packtische und gute Beleuchtung erhalten die Konzentration. Die Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV) gibt zudem verbindliche Grenzwerte für manuelles Heben und Tragen vor, an denen Sie sich orientieren sollten.
- Eindeutige Beschilderung pflegen: Klare, kontrastreiche Etiketten an jedem Lagerplatz verhindern das Greifen ins falsche Fach.
- Mitarbeitende regelmäßig schulen: Erklären Sie das „Warum“ hinter den Prozessen, um das Qualitätsbewusstsein im Team dauerhaft zu stärken.
KPIs im Griff: So messen Sie Ihren Erfolg
Die Pick-Rate zeigt Ihnen die reine Geschwindigkeit Ihrer Kommissionierung. Sie berechnen diesen Wert ganz einfach mit folgender Formel:
Fazit: Effizienz beginnt im Kopf und auf den Laufwegen
Beginnen Sie mit einer detaillierten ABC-Analyse und rüsten Sie auf beleglose Prozesse um. So entlasten Sie Ihr Team spürbar, senken die Kosten und begeistern Ihre Kundschaft mit fehlerfreien Lieferungen in kurzer Zeit – Schritt für Schritt, von der Lagerorganisation bis zum ergonomischen Packplatz.
Häufige Fragen zur optimierten Kommissionierung
Wie kann man die Kommissionierung beschleunigen?
Was ist das effizienteste Kommissionierverfahren?
Wie hoch ist eine normale Fehlerquote beim Kommissionieren?
Was versteht man unter belegloser Kommissionierung?
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